Der Grundgehorsam eines Hundes umfasst die wichtigsten Kommandos, die jeder Hund beherrschen sollte. Diese Kommandos können uns den Alltag, sowohl im Haus, als auch draußen, um einiges vereinfachen. Da Grundgehorsam auf Unterordnung und auf die Rangfolge zwischen Hund und Herrchen basiert, sollte man so früh wie möglich mit dem Training beginnen. Natürlich die Schwierigkeit der Tricks und die Dauer der Übungen dem Alter des Hundes entsprechend wählen. Genaueres über die Gestaltung der Trainingseinheiten finden sie hier.
Sitz
Dieses Kommando ist zumeist das erste und gehört zu den einfachsten, welches ein Hund lernt. Es wäre sehr von Vorteil, wenn Ihr Hund dieses Kommando gut beherrscht und im Sitzen seine Aufmerksamkeit auf Sie gerichtet ist. Dies hilft oft viele Situationen problemlos zu meistern. Fahrradfahrer, Reiter, Jogger etc vorbei lassen, über die Straße sicher gehen, sich kurz mit einem Bekannten auf der Straße unterhalten, das Sitz Kommando hilft in vielen Situationen.
Voraussetzungen: ein Hund wäre von Vorteil…
Hilfsmittel: Leckerlies werden immer gerne angenommen
Umsetzung:
Zeigen Sie Ihrem Hund, dass Sie Leckerlies haben, die er meistens sehr gerne dann haben möchte. Sobald er vor Ihnen ist, halten Sie Ihre Hand mit dem Leckerlie über seinen Kopf. Die meisten Hunde setzen sich automatisch hin. Geben sie jetzt das Handzeichen und rufen sie z. B. „Sitz“ und belohnen oder knuddeln ihn sofort. Falls er versucht zu springen, um Ihre Hand zu erreichen, gehen sie ein paar Schritte zur Seite, sodass der Hund wieder zu Ihnen kommt und versuchen Sie es noch einmal. Wenn Ihr Hund den Trick verstanden hat, verlängern Sie die Pausen, zwischen der Ausführung des Kommandos und der Belohnung. Ebenso sollten Sie mit der Zeit den Abstand zwischen Ihnen und Ihrem Hund verlängern und auch Variationen einbringen. Nur Handzeichen oder nur Rufzeichen geben.
Platz
Meistens folgt nach Sitz das Platz Kommando, welches für längere Pausen und Warten sehr hilfreich ist. Wenn sie im Kaffee sind, gerade mit Ihrer Familie Essen oder sonst irgendwo wollen, dass Ihr Hund für eine etwas längere Zeit ruhig bleibt, wird dieses Kommando schon bald zu einem der am häufigsten genutzten Kommandos werden.
Voraussetzungen: Sitz wäre hilfreich, aber nicht zwingend notwendig
Hilfsmittel: Leckerli
Umsetzung: Im Sitzen oder im Stehen führen Sie ein Leckerli an seiner Schnauze vorbei auf den Boden, zwischen seine Vorderpfoten, sodass er sich hinlegt. Sobald er liegt, geben Sie das gewünschte Kommando und belohnen Sie ihn, wie schon bei Sitz beschrieben. Mit der Zeit vergrößern Sie den Abstand, bis das von Ihnen gewünschte Ergebnis mit Ihrem Kommando und der Ausführung erreicht ist.
Bleib
Bei Bleib soll sich der Hund nicht von der Stelle bewegen und so lange warten, bis Sie es ihm erlauben. Dabei sollte der Hund idealerweise das Kommando im Sitzen, Liegen oder Stehen ausführen. Dies ist vor allem dann wichtig, wenn Sie mit Ihrem Hund eine Begleithundeprüfung, Agility oder Obedience machen wollen. Denn dann muss der Hund exakt Ihre Kommandos befolgen. Ebenso sollte er sich nicht von der Umgebung zu stark ablenken lassen und seine Position beibehalten. Für den Anfang würden wir raten, Bleib von einer Position aus zu üben und danach, wenn Sie es wünschen, von anderen Positionen.
Voraussetzungen: Sitz / Platz
Hilfsmittel: 3 mal darf man raten…Leckerlies
Umsetzung: Als erstes bringen Sie Ihren Hund in die gewünschte Position. Am einfachsten scheint es für viele Hunde in der Sitz Position zu sein. Geben Sie ein Hand- und ein Rufzeichen. Nach kurzer Zeit belohnen Sie ihn, wenn er sich nicht von seiner Position gerührt hat. Bitte versuchen Sie nicht sofort sich von Ihrem Hund zu entfernen, da viele Hunde, vor allem Welpen, sich sofort aufraffen, um dem Herrchen zu folgen. Lassen Sie Ihren Hund zuerst verstehen, dass ruhig bleiben gut ist und genau das ist, was Sie von ihm wollen. Sobald die Pausen etwas länger werden und Ihr Hund das Bleib verstanden hat, können Sie sich entfernen. Warten Sie nicht zu lange am Anfang mit dem Auflösen des Kommandos nach dem Entfernen. Ungefähr nach 3 Sekunden lösen Sie das Kommado auf und belohnen Ihn.
Gerne können Sie auch dieses Kommando in ein Spiel umwandeln. Gehen Sie mit Ihrem Hund in ein Zimmer, geben Ihm das Kommando Bleib. Gehen Sie in ein anderes Zimmer, verstecken Sie sich oder ein Leckerlie, Spielzeug etc und rufen Sie ihn. Er soll dann Sie, oder das, was versteckt ist, suchen.
Fuß
Mit diesem Kommando läuft der Hund nah an Ihrer Seite und Sie haben seine Aufmerksamkeit. Eine sehr wichtige Fähigkeit für viele Alltagssituationen, die Hundeschule oder die Begleithundeprüfung. Viele Hunde lassen sich zu sehr von anderen Hunden, Fahrradfahrern und allem, was für sie interessant ist, leicht ablenken. Unkontrolliertes Verhalten ist oft die Folge. Das Fuß Gehen festigt Ihre Position als Rudelführer, hemmt das willkürliche Jagdverhalten und Neugier und lehrt Ihren Hund sich in Ihrer unmittelbaren Umgebung aufzuhalten.
Voraussetzungen: Ein Rudelführer…Sie
Hilfsmittel: Man sagt „Liebe geht durch den Magen“ -> Leckerlies, Klicker
Umsetzung: Nehmen sie ein Leckerli in Ihre rechte / linke Hand, in der entgegengesetzten Richtung, je nachdem, wo sich Ihr Hund befindet. Oben auf dem Bild wäre es somit die rechte Hand. Halten Sie Ihre Hand mit dem Leckerli am Körper an der Seite des Hundes. Sobald Sie seine Aufmerksamkeit haben und er neben Ihnen geht und Sie öfter ansieht, gehen Sie ruhigen Schrittes geradeaus weiter und geben das Kommando „Fuß“. Nach wenigen Schritten belohnen Sie ihn und bleiben kurz stehen. Dann das Ganze wiederholen, bis der gewünschte Effekt erreicht ist beziehungsweise Sie der Meinung sind, dass er sich wieder entspannen, herumtoben oder spielen kann. Nach kurzem Herumtoben rufen Sie ihn zu sich und wiederholen die Übung.
Einige Hundebesitzer sprachen von Schwierigkeiten, dass der Hund anfangs immer die Herrchen angesprungen hat und das Leckerli erreichen wollte. Sollte dies bei Ihnen auch der Fall sein, ignorieren Sie das einfach und erhöhen Sie das Gehtempo ein wenig. Sobald er ein paar Schritte Ihnen gefolgt ist, wie Sie es wünschen, belohnen Sie ihn. Nach wenigen Wiederholungen wird Ihr Hund sicherlich schnell lernen und verstehen, was von ihm verlangt ist und das Fuß-Gehen bravourös meistern.
Leinenführigkeit
Hier soll der Hund lernen, an der Leine zu gehen, ohne wild zu ziehen. Bitte sehen Sie leichte Neugier beim Schnuppern und leichtes Ziehen nicht schon als Fehlverhalten an. Vor allem wenn Ihr Hund noch sehr jung ist, sind die ersten Spaziergänge eine reine Reizflut für ihn. Neue Umgebung, tausende neue Gerüche, das erste mal, wenn er einen Lastwagen sieht und hört und sich erschreckt, einem Pferd begegnet, einen Jogger sieht und sein Jagdtrieb möglicherweise geweckt wird und vieles vieles mehr.
Vor allem jetzt braucht Ihr Hund Sie als Rudelführer und Bezugsperson. Zeigen Sie ihm, dass das Neue „nichts böses“ ist und versuchen Sie öfter die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken, damit er Sie als beruhigenden Rudelführer fixiert.
Geben Sie Ihrem Hund die Zeit, die Reize zu verarbeiten, sich daran zu gewöhnen, dass Sie Sicherheit ausstrahlen und einen Automatismus zu bekommen, dass er sie öfter ansieht und sobald sie einen Laut von sich geben, er diesen nicht vollkommen ignoriert.
Voraussetzungen: Anerkennung des Hundes, dass Sie der Rudelführer sind. Befolgen von Kommandos wie Fuß, Hier und Abruf sind hilfreich
Hilfsmittel: Ruhiges Wesen hilft in allen Lebenslagen, Aufmerksamkeit, Leckerlies
Umsetzung: Wenn Ihr Hund noch sehr jung ist, sollten Sie ihn zuerst an die Leine gewöhnen. Dies funktioniert am besten in einer gewohnten Umgebung, wie zum Beispiel im Haus. Gehen Sie ein paar Schritte mit ihm im Haus an der Leine. Lassen Sie die Leine eine kurze Zeit einfach dran damit er lernt, dass die Leine nichts schlechtes und allgegenwärtiges sein kann. Achten Sie darauf, dass das Halsband nicht zu eng anliegt. Bei kleinen und jungen Hunden bitte eine leichte Leine verwenden, damit Ihr Hund diese nicht als störende Last betrachtet.
Haben Sie einen schon erwachsenen oder ausgewachsenen Hund, der ständig an der Leine zieht, versucht irgendetwas oder jemandem nachzujagen, einfach nicht hört, Katzen am liebsten fressen möchte, Fahrradreifen im Sprint anknabbern möchte und und und? So einen Hund haben viele, Sie sind nicht alleine, doch wie schon so viele mit scheinbar „unverbesserlichen Hunden“ es geschafft haben, können Sie es auch.
„Leichte Probleme“:
Bei ständigem Ziehen zu anderen Hunden, zu einem Baum um zu schnuppern oder ausgeprägtem Spieltrieb und ähnlichem, hilft es konsequent die Grundkommandos zu stärken. Lenken Sie mit „DEM SUPERLECKERLIE“ seine Aufmerksamkeit auf sich. Es muss etwas sein, das Ihr Hund über alles liebt und alles liegen und stehen lässt. Halten Sie seine Aufmerksamkeit, bis die Situation in der Umgebung, die ihn so sehr abgelenkt hat, vorüber ist. Erst wenn der Hund sich beruhigt hat und Sie seine Aufmerksamkeit haben bzw mit seinem Verhalten zufrieden sind, belohnen Sie ihn.
Abruf
Beim Abruf soll der Hund auf Ihr Kommando, egal aus welcher Situation heraus, zu Ihnen kommen.
Hilfsmittel: Schleppleine, Hundegeschirr, Leckerlies
Umsetzung: Um dem Hund den Abruf beizubringen, müssen sie seine Aufmerksamkeit gewinnen. Dafür rufen sie seinen Namen und klatsch wahlweise in die Hände oder machen sich anderweitig Bemerkbar. Sobald er sich zu ihnen umdreht und ihre Richtung ansteuert, Loben sie ihn und sagen das Kommando. Meist wird dafür: „Hier“, “Komm“ oder „zu mir“ verwendet.
Bildquellen
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